Die Geschichte der Derivate

Dieser Artikel ist Teil 1 von 5 in der Serie Derivate

Der Derivate Handel hat eine lange Geschichte

Derivate HandelWillkommen zu unserer Serie „Derivate“. Bevor wir uns in medias res begeben, ist es unerlässlich, einen Blick auf die Geschichte der Derivate und des Derivat Handels zu werfen.

Denn wer denkt, dass Derivate eine Erfindung der Neuzeit sind, der irrt gewaltig!

Der Handel mit Derivaten lässt sich tatsächlich bis in das zweite Jahrtausend vor Christus zurückverfolgen. Schon damals wurde in Mesopotamien und in Indien, auch in Bahrain versucht, risikoreiche Handelsgeschäfte mithilfe simpler Futures abzusichern.

Schon damals war die Manipulation des Marktes bekannt!

Und auch die Manipulation des Marktes war damals bereits bekannt. Aristotels äußert sich zu diesem Phänomen um das Jahr 330 vor Christus, hier ging es um Olivenpressen, mit denen auch der Mathematiker Thales zu tun hatte. Finanzinstrumente wie Forwards und Optionen gab es in Holland etwa seit dem Jahre 1595.

Der Tulpenzwiebelmarkt

Die allseits bekannte Spekulationsblase auf dem Tulpenzwiebelmarkt sollte uns zur Vorsicht anhalten. Ein wichtiger Markt für Futures entstand Anfang des 18. Jahrhunderts in Osaka, wo Reis auf Termin gehandelt wurde.

Am Chicago Board of Trade wurde mit einem „time contract“ 1851 der erste Terminvertrag gehandelt. Eine bestimmte Menge einer Ware, hier Mais, zu einem vorher festgelegtem Preis, zu einem bestimmten Datum, an einem gewissen Ort.

Bald schon wurden alle möglichen Waren gehandelt. Doch ebenso bald zeigte sich, dass der Handel mit Zeitverträgen, hier eigentlich schon beinahe Forwards, weniger Futures, missbraucht werden konnte.

Schließlich wurde mit Verlauf des Jahres 1865 eine Standardisierung des Handels mit Terminkontrakten eingeführt. Die Chicago Mercantile Exchange, abgekürzt CME ist ein äußerst wichtiger Handelsort für Futures. Nach wie vor.

Aber, was versteht man eigentlich genau under dem Derivat Handel?

Der wirtschaftliche Grundgedanke beim Derivate Handel

Mit Derivaten wird Risiko weitergegeben. Durch den Derivatevertrag werden Risiken handelbar. Der Basiswert braucht nicht gekauft oder verkauft werden.

Somit wird die als dinglich bezeichnete Inhaberschaft an dem, dem Vertrag zugrunde liegenden Basiswert und der Teilhabe an dessen Chancen auf dem Markt getrennt.

Dadurch ist es zum Beispiel möglich, durch entsprechende spekulative Gegenmaßnahmen, die Zinsen eines Kredites auf einem schwankendem Markt, gegen ebendiese eventuellen Kursschwankungen abzusichern.

Der Missbrauch von Derivaten

Natürlich können Derivate auch missbraucht werden. So geschehen, indem zum Beispiel faule Kredite verkauft wurden, man erinnert sich an die Immobilienblase, die zu Beginn der Finanzkrise in den USA platzte.

Der spekulative Handel mit Lebensmitteln

Auch kritisch zu sehen ist die Tatsache, dass der Preis für Nahrungsmittel aller Art spekulativ genützt wird, was eine Knappheit an Lebensmitteln für die Armen und Hungernden der Welt nach sich zieht.

Der Derivate Handel ist in den letzten Jahren extrem gestiegen

Der Börsenhandel weitet sich aus. Bei einem Volumen von 95 Millionen Dollar im Jahre 2000 gab es einen Sprung ins Jahr 2010 auf 601 Billionen Dollar. Natürlich handelt es sich hierbei letzten Endes nicht um reale Zahlungen, denn die Nominalbeträge sind lediglich Rechengrundlage für die Verträge.

 

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In dieser Artikelserie erfahren Sie grundsätzliches über den Handel mit Derivaten. Die Geschichte der Derivate wird genauso erläutert wie die Chancen und Risiken, moralische Aspekte im Derivatenhandel ebenso wie der Handel mit Derivaten für Privatanleger.


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